Über mich

Von meinem ICH WAR zu meinem ICH BIN:

„Voll das wilde Leben“ kann ich nur behaupten.

Meins begann im Juni 1969 seitens meiner Eltern wohl eher etwas ungewollt. Zwei Brüder tobten schon durch die Wohnung, als ich mich ankündigte. Der Versuch, mich „loszuwerden“ misslang und meine Reise ins Erdenleben sollte durchstarten.

Auch, wenn es schauerlich klingt, aber da meine Mutter nur zwei Kinder wollte, ich aber die Nummer drei war, beschloss unser mittlerer Bruder, dem Wunsch meiner Mutter nachzukommen. Er „ging“ im zarten Alter von 5 Jahren durch einen tragischen Verkehrsunfall von uns. Mit meinen 6 Monaten wusste ich nicht recht, was passiert war und so lebten wir nunmehr wieder zu viert weiter.

Von da an wurschtelte und kämpfte ich mich so durch’s Leben.

Ich war gefühlt immer „anders“. Wild, fröhlich, vorlaut, mehr Junge als Mädchen, kurz gesagt: unbequem aber händelbar. Schule mehr schlecht als recht; der rote Faden lautete: Urte stört den Unterricht.

Der erste FESTERE Freund, ich war grad 18, erwies sich als brutaler Schläger, wollte mir an mein kostbar erkämpftes Leben. Vergebens – so etwas Schräges aber Schönes wollte ich nicht mehr hergeben. Ich sprang dem Tod ein zweites Mal von der Schippe.
Mit meinem mittelmäßigen Schulabschluss beendete ich bald darauf eine mittelmäßige Lehre.

MIR machte meine Mittelmäßigkeit im Hamsterrad der Gesellschaft an sich wenig aus: lief doch!
Aber die familiären Traditionssätze von Anbeginn meines Denkenkönnens machten mir mein Leben ungeahnt schwer.
„Urte, das macht man nicht“
„Urte, das gehört sich nicht“
„Urte, wenn Du nicht, dann….“

Und ganz wichtig:
„Urte, Du MUSST…..Dies und Das und Jenes, sonst….“

Zunächst erschienen mir diese Drohungen als normal, als gesellschaftsfähige Glaubenssätze, als „so ist das nun mal“.

Dennoch kämpfte ich irgendwie immer gegen an. Ich wollte einfach nicht so sein, wie die Otto-Normalverbraucher dieser Welt. Ich wollte immer anders sein. Ich war anders! Nicht negativ, aber auffallend. Und gierig – ich war und bin unglaublich gierig auf das Leben, das Unbekannte, das Älterwerden.

Meine Zwanziger Jahre waren ziemlich chaotisch. Gerade der Pubertät entwachsen, dem Tod wieder entsprungen, fühlte ich, dass die Welt MIR gehört. Männliche Begleiter wechselten wie meine Arbeitsstellen und Wohnorte. Ich verdiente nicht schlecht und gab gerne viel aus. Klamotten, Reisen, Autos, Essen….höher, schneller, weiter, besser.

Kinder wollte ich AUF KEINEN FALL und heiraten auch nicht. Viel zu viel Verantwortung und Gefangensein.
Dennoch zog es mich Anfang meiner dreißiger Jahre plötzlich und sowohl für mich selber als auch für alle anderen überraschend, in die Ehe. Aber nicht auf „ gesellschaftlich normalem“ Wege:
Kennenlernen, Eltern und Freunden vorstellen, Antrag, Aufgebot, Party planen und ausführen, sondern SO:
Kennenlernen, niemandem vorstellen, nach 8 Wochen heiraten, ohne Aufgebot, ohne Party. Zack! Typisch Urte eben. Auffallend anders.

Eine ruhige und sittsame Zeit begann. Nicht mehr arbeiten müssen, Haus, Garten, Herd, Freizeit, lange Weile, Hund.

Dann sehr plötzlich, 2006: Krebs! Unterleib! ICH! Schon wieder Todesangst!
Aber auch der dritte Versuch, mich hier von der Erde wieder wegzuholen klappte nicht!

Ich liebe das Leben einfach zu sehr.

Dann folgte eine Phase der Genesung und die Idee, mich beruflich selbständig zu machen. Dank meines Mannes und meiner damaligen Hündin eröffnete ich 2009 ein besonderes und einzigartiges Geschäft für Hundeernährung, welches bis heute sehr erfolgreich Bestand hat.
In manchen Jahren hatte ich eine Hand voll Personal und den berühmten täglichen Ärger mit allem Möglichen. „Das gehört eben dazu“, dachte ich.

Und es begann aber auch ein Umdenken. Der Krebs und die Schulmedizin hinterließen Spuren in mir, die ich so nicht stehen lassen konnte. Ich wollte Erklärungen und Alternativbehandlungen. Ich erkannte, dass es zwischen Himmel und Erde noch viel mehr gab, als man mir Glauben machen wollte.
Meine Neugierde war mal wieder geweckt. Alternative Schulungen und Ausbildungen folgten.
Die Trennung von meinem Mann auch.

Mit 45 Jahren stand ich voll für mich allein da und es fehlte mir vermeintlich an nichts.
Der Partner- und Wohnortwechsel fing wieder von vorne an, tägliche Hinder- und Ärgernisse auch.
Zwischen meinen Eltern und mir krachte es so richtig. Es kam zum totalen Bruch.
„So ist das Leben eben“, dachte ich.
Mit den nächsten Partnern zogen auch mehr und mehr depressive Verstimmungen meinerseits ein.
Das Leben im Hamsterrad der Erfahrungen, der Ausbrüche, der Verwirrungen, der Geschichten, der Lügen, der Träume, der Wünsche, des Materialismus, etc…kurzum: das „ohn-mächtige“ Leben in der Hand des Egos nahm bei voller Fahrt seinen weiteren Verlauf.

Zum Ende meiner damals dreijährigen Partnerschaft (Anfang 2018) kam es zu dem absoluten Höhepunkt meines Stresslevels, der sich in einem derart kräftigen Wutanfall, gefolgt von einem totalen Gefühls-Chaos aus Hass, Groll, Wut, Eifersucht, Ohnmacht und Depressionen zeigte. Dem folgte der Wunsch (es blieb nur beim Wunsch!), diesem Leben nicht mehr beiwohnen zu wollen.

Ich konnte und wollte SO weder sein noch weiterleben. Ich fand mich furchtbar!

Aber irgendjemand „da oben“ musste sich gedacht haben: „Wir geben ihr noch eine weitere Chance, denn vielleicht hat sie es jetzt endlich verstanden!“

In dem ganzen Dilemma stellte ich mir nämlich folgende Frage: „Warum bin ich so?“ und „Was läuft in mir falsch?“ und „Ich will so nicht mehr sein. Wie kann ich mich ändern?“ Und dann passierte etwas….
Einem inneren Antrieb folgend begann ich, mir Hilfe zu holen und es kam die Hilfe, die ich benötigte. Auf einmal taten sich Türen und Tore auf, die mir bis dahin verschlossen geblieben waren.
Ich bekam eine Empfehlung zu einer Therapeutin, die mit Psycho-Kinesiologie arbeitete und mich zu meinen Wurzeln führte.
Anfänglich stolperte ich noch in den neuen „Räumlichkeiten“ herum. Es dauerte, bis ich begriff, dass einzig und allein ICH für mich verantwortlich bin. Dass ICH mein Puzzleteil zu meinem Glück bin, dass ICH mich zu allererst lieben lernen muss, bevor andere es können.
Und so begann meine Reise zu mir selbst. Bücher, Seminare, Videos, Filme….alles „flog“ mir zu meinem neuen Lebensthema entgegen. Selbstliebe, Vergebung, duales Leben, Ego, Höheres Selbst; es prasselte nur so auf mich ein und ich musste viele Stunden, Tage und Wochen lernen, um alles zu verstehen.

Ein weiteres Mal habe ich meine Neugier genutzt und mich getraut, mein zurückgelegtes Leben anzuschauen. In allen möglichen Winkeln bin ich herumgekrochen und habe angefangen, meinen Seelen-Plan herauszufinden. WARUM gibt es mich eigentlich, obwohl ich von meinem Mutter-Mensch gar nicht gewollt wurde? Was hat mich bewegt, so zu handeln, wie ich es tat…und, und, und….

Je mehr ich verstand, desto mehr konnte ich vom neu erworbenen Wissen anwenden. Meine (Um-) Welt änderte sich. Ich fühlte mich frei, bekam eine andere Aus-Strahlung und dementsprechende Resonanz.
Heute kann ich von mir behaupten: Ich bin eine andere geworden. Wichtigkeiten haben sich verschoben. Wo mir früher Materialismus, Ablenkung und Ansehen wichtig war, sind es heute der Minimalismus, die Ruhe und das Bei-Mir-Sein. Ich bin nicht mehr ohn-mächtig, ich bin mächtig!

Natürlich habe ich weiterhin gute und nicht so gute Tage. Es geht in Wellenbewegungen. Schließlich lebe ich inmitten von verschiedenen Energien, die mich als irdisch lebender Mensch beeinflussen. Aber meine Reflektionszeit auf meine Gedanken ist wesentlich verschärfter. Ich kann in kurzer Zeit herausfinden, WARUM mich etwas triggert oder nervös macht. Wo ich früher allen anderen, nur mir nicht, die Schuld an meiner Misere und schlechten Launen gab, schaue ich heute sofort MICH an und frage mich: Warum bin ich so? Was fasst mich grad an, was mein Gegenüber in mir auslöst? Was spiegelt sich mir?

Es war, ist und bleibt eine spannende Reise mit mir. Ich habe gelernt, mich so zu lieben, wie ich bin, denn ich bin genau richtig so!

Um zu sich zu finden, bedarf es oft einen Abstecher in die Vergangenheit, um alte Muster und Glaubenssätze aufzudecken, anzuschauen und loszulassen.
Der „Trick“ liegt in der Vergebung. Nur, wer ehrlich und aufrichtig sich und anderen vergeben kann, kann auch liebevoll mit sich und seiner Welt umgehen und ist frei!